Fräulein Else,
Theater im Bauturm, Köln
Fräulein Elses Vater hat Mündelgelder
veruntreut, ihm
droht ein Skandal. Er hofft über seine Tochter von einem
Geschäftsfreund die Summe leihen zu können. Die
Bedingung,
die dieser stellt – „eine Viertelstunde dastehen zu
dürfen vor Elses nackter Schönheit“
– ist mit
ihrer Ehre nicht vereinbar. Aus Liebe zu ihrem Vater erklärt
sie
sich jedoch dazu bereit, ohne dieser Zumutung wirklich entsprechen zu
können.
Arthur Schnitzler schrieb die Monolog-Novelle
„Fräulein
Else“ 1924, die zwei Jahre später verlegt wurde.
Bereits
1927 gab es Verhandlungen über die Verfilmung des Stoffes. Max
Krell gibt in seinen „Erinnerungen“ (1961) ein
Gespräch mit Arthur Schnitzler über die Form der
Erzählung wider: „Er hielt sich einen Augenblick
lang bei
dem Wort Monolog auf. Es sei nur scheinbar ein Monolog, in Wirklichkeit
ein Dialog, in dem sich als Partner der reflektierende Mensch und die
attackierende Umwelt gegenüberstünden.“
Diese Form, genau in der Mitte zwischen Novelle und Drama, wird von der
Schauspielerin Annette Frier aufgenommen: Sie ist gleichzeitig
Darstellerin der Figur und Erzählerin der Handlung. Eine
Theaterform, die den Zuschauer zwingt, seine eigenen Bilder zu
entwickeln.