Endstation Sehnsucht, Theater im Bauturm, Köln
"Endstation Sehnsucht". Die Sehnsucht nach Leben und Liebe ist das Zentrum des Stücks, das jetzt in einer Inszenierung von Klaus Prangenberg im Theater im Bauturm zu sehen ist. Neu an der Inszenierung ist die Kritik an der herrschenden Massenkultur, was allerdings auch die wunderbare Reduktion auf das Spannungsfeld zwischen den vier Figuren eher sprengt, anstatt ihre Konflikte noch mehr zu verdeutlichen. Blanche (Eva Spott) spielt ein uraltes weibliches Spiel: Da auch sie dem Irrglauben erlegen ist, dass Alter und Attraktivität sich ausschließen, versucht sie noch einmal, einen Mann von seinem männlichen Bewusstsein zu befreien und zu ihrer romantischen Liebesvorstellung zu führen. Opfer ihrer Verbalattacken und Fleischschau ist Stanley (Thomas M. Held), der Ehemann ihrer jüngeren Schwester Stella (Annette Frier), der aber von seinem Machosein so überzeugt ist, dass es für ihn nur ein Gegenargument gibt: Und das ist Gewalt. Als sich Stanleys Freund Mitch (Volker Büdts) in Blanche verliebt, scheint die Situation zu eskalieren. Während in den klassischen Inszenierungen der Schwerpunkt darin lag, dass sich die Figuren aus sich selber heraus entwickelt haben, will Prangenberg hier verdeutlichen, wie die Medien unsere Wahrnehmung nachhaltig verändern.